World Bank Group

Atlas of Global Development 2026

Zwei Artikel von Grund auf konzipiert und entwickelt, 11 weitere überarbeitet und vereinheitlicht — Teil eines Teams mit der Aufgabe, einer Haupt-Publikation der World Bank ein einheitliche visuelle Sprache zu geben.

Atlas of Global Development 2026

Herausforderung

Der Atlas of Global Development wird von Ökonominnen und Forschenden der World Bank erstellt — nicht von einem zentralen Visualisierungsteam. Jeder der zwölf Artikel der 2026er-Ausgabe entstand unabhängig voneinander, verfasst von Menschen, deren Kernkompetenz Entwicklungsökonomie ist, nicht Datenvisualisierung. Die gestalterische Aufgabe war zweigeteilt: gemeinsam mit Art-Direktorin Alice Thudt eine visuelle Sprache für die Publikation entwickeln und diese dann Geschichte für Geschichte umsetzen — Charts überarbeiten und sicherstellen, dass zwölf unabhängig entstandene Beiträge als ein kohärenter Atlas lesbar werden.

Lösung

Ich habe den vollständigen Visualisierungs-Stack für zwei Geschichten konzipiert und entwickelt — Skills Are Used and Built on the Job und Building Productive Cities for an Urbanizing World — vom Konzept bis zum Produktionscode in SvelteKit und D3. Beide Geschichten verbinden statische, interaktive und Scrollytelling-Chart-Typen: mehrzeilige Zeitreihen, Balkendiagramme, Flächendiagramme, Waffle-Charts und Beeswarm Diagramme. Parallel dazu arbeitete ich mit Alice Thudt am Website-Layout und der Startseite, implementierte Frontend-Komponenten inklusive Navigation und überarbeitete Charts in allen anderen Beiträgen. Die Social-Media-Assets für den Atlas-Launch gehörten auch dazu.

Mein Beitrag

Ich verantwortete Visualisierungsdesign und -entwicklung für zwei Artikeln — in enger Zusammenarbeit mit Autorin Divyanshi Wadhwa für die Urbanisierungs-Story und mit Brian Stacy für die Bildungs-Story. Der Austausch mit beiden Autorinnen und Autoren hat die Arbeit wesentlich geprägt und sowohl die Argumente als auch die Designs verbessert. Im Rahmen des Atlas-weiten Reviews arbeitete ich mit Alice Thudt und Maarten Lambrechts daran, Charts zu identifizieren, die Verbesserungsbedarf hatten, und überarbeitete sie — sodass jeder Chart zur visuellen Sprache des Atlas passte und seine Geschichte so klar wie möglich erzählte.
  • Kunde

    World Bank Group

  • Meine Role
    Datenvisualisierung
    Visuelles Design
    Webentwicklung
  • Zeitraum

    2025–2026

  • Zusammenarbeit

    Alice Thudt (Art Direction, Design), Maarten Lambrechts (Visualisierung), Jan Willem Tulp (Visualisierung), Ændra Rininsland (Visualisierung), Dominikus Baur (Plattformentwicklung)

Resultate

Atlas-Website und Story-Einstiegsseite
Atlas-Website und Story-Einstiegsseite
Die veröffentlichte Atlas-Plattform und die Einstiegsseite von 'Building Productive Cities for an Urbanizing World'. Die Artikelseite öffnet mit Titel, Subline und Key-Facts — sie gibt Lesenden sofort einen Überblick und erste Erkenntnisse, bevor sie in die Geschichte scrollen. Der Navigationsheader wurde so integriert, dass er sich nahtlos in die übergeordnete Data360-Plattform einfügt.
Städte nach Bevölkerungsgröße — Waffle-Chart und Kartenansicht
Städte nach Bevölkerungsgröße — Waffle-Chart und Kartenansicht
Ein Scrollytelling-Waffle-Chart und seine Kartenansicht zeigen die Anzahl der Städte weltweit nach Bevölkerungsgrößenkategorie. Der Waffle-Chart hilft Lesenden zu verstehen, wie jede Stadtgrößenkategorie im Zeitverlauf wächst — jedes Quadrat steht für eine Stadt, die Proportionen zwischen den Kategorien sind direkt vergleichbar. Die Kartenansicht verortet dieselben Daten geografisch.
Schuljahre nach Ländern und Regionen
Schuljahre nach Ländern und Regionen
Ein mehrzeiliges Liniendiagramm zeigt, wie sich die Schuljahre in verschiedenen Ländern und Regionen über die Zeit verändert haben. Die Länder sind farbkodiert, sodass individuelle Verläufe nachverfolgbar und regionale Muster vergleichbar werden — von Ländern mit rasantem Bildungsausbau bis hin zu solchen mit anhaltend niedrigem Niveau.
Jobspezialisierung nach Qualifikationsniveau — urban vs. rural
Jobspezialisierung nach Qualifikationsniveau — urban vs. rural
Ein Scrollytelling Beeswarm zeigt die Jobspezialisierung nach Qualifikationsniveau in städtischen und ländlichen Gebieten. Jeder Punkt steht für ein Land. Der Übergang von einzelnen Datenpunkten zu einer Dichteverteilung macht das Muster lesbar: Hochqualifizierte Jobs konzentrieren sich in Städten in einem Maß, das ländliche Gebiete weit übertrifft.
Lernangepasste Schuljahre
Lernangepasste Schuljahre
Paarweise Balkendiagramme vergleichen nominale Schuljahre mit lernangepassten Schuljahren nach Einkommensgruppen. Niedrigeinkommensländer haben bereits weniger Schuljahre — doch wenn diese um die tatsächlich erworbenen Lernfortschritte bereinigt werden, schrumpfen sie weiter. Im Fall von Mali reduziert sich der Wert um 49,3 %.
Lohnlücke nach Bildungsgrad über eine Berufskarriere
Lohnlücke nach Bildungsgrad über eine Berufskarriere
Doppelte Flächendiagramme vergleichen Löhne verschiedener Bildungsabschlüsse über eine Berufskarriere in zwei Ländern. Die Lücke zwischen Personen mit Hochschulabschluss und solchen ohne Grundschulabschluss ist in beiden Fällen erheblich — und sie wächst mit der Zeit.
Jobspezialisierung nach Berufsgruppe
Jobspezialisierung nach Berufsgruppe
Violin- und Strip-Chart zeigen die Jobspezialisierung über 10+ Berufskategorien — Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen — im Vergleich zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Mit Ausnahme von Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei sind alle anderen Berufe in städtischen Gebieten stärker spezialisiert.
Klimarisiko-Exposition — Chart-Überarbeitung
Klimarisiko-Exposition — Chart-Überarbeitung
Ein Chart, der im Rahmen des Atlas-weiten Visualisierungs-Reviews überarbeitet wurde. Die ursprüngliche Version wurde durch einen Ansatz ersetzt, der den regionalen Vergleich lesbarer macht und das Argument der Geschichte besser unterstützt.
Social-Media-Assets
Social-Media-Assets
Fünf Launch-Cards für den Atlas — Titelkarte, Plattformbeschreibung, zentraler Befund (langsamster Entwicklungsfortschritt seit 75 Jahren), Inhaltsübersicht (12 Geschichten, 95 Datenvisualisierungen in 5 Themen) und eine Story-Showcase-Karte. Die Cards übertragen die visuelle Identität des Atlas in Formate, die das Publikationsteam direkt für die Verbreitung nutzen konnte.

Prozess

  • Nur Karte — der Ausgangspunkt

    Der erste Ansatz für den Städte-Chart war eine reine Kartenansicht mit Stadtgrößen über drei Zeitschritte. Das Problem: Lesende mussten sich den vorherigen Zustand merken, um vergleichen zu können, und die Größenverteilung über die Stadtkategorien war schwer ablesbar. Die Karte allein reichte nicht, um das Argument zu vermitteln.

  • Karte + Liniendiagramm — ein gescheiterter Versuch

    Das Hinzufügen eines Liniendiagramms unter der Karte schuf ein neues Problem: Großstädte wirkten dominant, weil ihre Wachstumslinien visuell am prominentesten waren. Die eigentliche Geschichte — dass die am schnellsten wachsende Kategorie die kleinen Städte sind, nicht die Megacities — kam nicht durch. Der Chart war technisch korrekt, aber argumentativ irreführend.

  • Scrollytelling Waffle + Karte — die Lösung

    Der Wechsel zu einer Scrollytelling-Sequenz ermöglichte es, Lesende Schritt für Schritt durch die Geschichte zu führen. Der Waffle-Chart macht Jahresvergleiche einfach — jedes Quadrat ist eine Stadt, die Kategorien sind direkt vergleichbar. Die Kartenansicht am Ende verankert die Zahlen geografisch. Zwei Chart-Typen, ein Argument: Bei den kleinen Städten findet Urbanisierung tatsächlich statt.

    Auswirkungen

    Eine visuelle Sprache für zwölf unabhängige Geschichten

    Der Atlas 2026 etablierte eine einheitliche visuelle Gestaltungssprache für zwölf unabhängig entstandene Beiträge — jeweils verfasst von World-Bank-Ökonominnen und Forschenden mit eigenen Daten. Die Publikation erschien im Mai 2026 als primäres jährliches Datenreferenzwerk der World Bank Group für politische Entscheidungsträgerinnen und Regierungen weltweit.

    Atlas of Global Development 2026 in Zahlen

    95
    Datenvisualisierungen
    121K+
    Datenpunkte
    200+
    Erfasste Volkswirtschaften

    Erkenntnisse

    Enge Zusammenarbeit mit Expert:innen bringen die besten Resultate

    Die enge Zusammenarbeit mit Divyanshi Wadhwa und Brian Stacy an den beiden Geschichten hat mir etwas gezeigt, das ich in jedes Projekt mitnehmen möchte: Die besten Visualisierungen entstehen, wenn Fachexpertinnen und Visualisierungsdesigner echte Partner sind — nicht in einem Briefing-Verhältnis. Sie wussten, was die Daten aussagen mussten. Ich wusste, wie man das lesbar macht. Das Ping-Pong zwischen diesen beiden Perspektiven hat die Arbeit besser gemacht, als es jeder von uns allein gekonnt hätte. Im Atlas-weiten Review galt dasselbe Prinzip — nicht als jemand auftreten, der Charts schöner macht, sondern als jemand, der fragt, ob der Chart überhaupt das richtige Argument macht.

    Porträt von Christian Laesser

    Kontakt

    Brauchen Sie Unterstützung für Ihr nächstes Projekt?

    Zeitzone

    CET

    Aktuelle Uhrzeit

    Antwortzeit

    2Werktage

    Jedes Projekt beginnt mit einem Gespräch. Nicht sicher, ob Ihr Projekt passt? Zuerst die FAQ lesen — vielleicht beantwortet sie Ihre Frage, bevor wir sprechen.